{"id":952,"date":"2018-05-26T21:55:34","date_gmt":"2018-05-26T21:55:34","guid":{"rendered":"http:\/\/six-camels.de\/?p=952"},"modified":"2023-02-07T13:38:40","modified_gmt":"2023-02-07T13:38:40","slug":"tag-21-warum-leben-in-der-wueste-fliegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/six-camels.de\/?p=952","title":{"rendered":"Tag 21 &#8211; Warum leben in der W\u00fcste Fliegen?"},"content":{"rendered":"<p>Gestern Abend wurde gegrillt und gespeist mit den &#8222;Otters&#8220;. Die Jungs sind echt spitze. Tiefenentspannt und offen f\u00fcr alles. Wir verstehen uns prima. Sie hatten einen lokalen Metzger als Sponsor gefunden, der Ihnen f\u00fcr jeden Tag ein tolles Gericht haltbar eingedost hat. Einige der Konserven haben wir dann gemeinsam gesprengt und mit viel Bier, Wodka und Gin abgel\u00f6scht.<br \/>\nNach einer kurzen Nacht stand die letzte, aber auch h\u00e4rteste W\u00fcstenetappe auf dem Programm. Es ging bei guten 30 Grad in eine staubige, aber vor allem steinige Landschaft, die uns viel fahrerrisches K\u00f6nnen und Konzentration abverlangte. Wir hofften insgeheim auf einen Platten, um mitreden zu k\u00f6nnen, da es hiess es sei m\u00f6rderisch f\u00fcr die Reifen. Da wir mit unseren 20 Jahre alten Winterrreifen f\u00fcr eine W\u00fcstendurchquerung perfekt vorbereitet waren, durften wir sogar viermal den Wechsel \u00fcben. Der Letzte lief in fast Formel1-w\u00fcrdigen 4 Minuten.<\/p>\n<p>Nach jedem Wechsel trafen wir auch hier auf eine ausserordentiche Gastfreundschaft. Wir stiegen wieder ein und ca. 1 Million Fliegen begr\u00fcssten uns mit heiterem Fl\u00fcgelschlag. Just in dem Moment wo wir sie wieder verabschieden durften, platzte der n\u00e4chste Reifen und wieder hiess es &#8222;Nur Fliegen sind l\u00e4stiger&#8220;.<\/p>\n<p>Die Piste an sich war fantastisch. Die Aussicht grandios. Da wir uns auf Grund der Verh\u00e4ltnisse mit pfeilschnellen 8 km\/h fortbewegten wechselten Rouven und Uli nach einem ersten Zwischenstopp auf die D\u00e4cher der Wagen. Der heisse Wind wehte uns um die Nasen, der Staub setzte sich in jede Pore als es begann zu regnen!!! Umgeben von Steinen, Sand und Weite sitzt man auf dem Dach eines Autos und kommt aus dem staunen nicht raus. Ist das alles echt passiert?<\/p>\n<p>Da die kommunizierten Koordinaten nicht richtig waren, endete der Tag mit einem Nachtlager irgendwo im Nirgendwo. Ein grosses Lagerfeuer im Zentrum einer Wagenburg, alle 30 Gestrandeten kochen was aus Ihren Resten, singen, lachen&#8230; und pl\u00f6tzlich ein riesen Geknattere. Ein Team hatte sich eine \u00d6lwanne zerfetzt, beim Versuch zu helfen passierte das gleiche einem andern Wagen. Was im normalen Leben wie eine Monsterkatastrophe 9klingt, schreit hier nur nach L\u00f6sungen. Reservereifen ans Heck montiert, einer schiebt, einer zieht und irgendwann kommt man halt 3 Stunden sp\u00e4ter an. Zeit ist hier sehr relativ. Und so gesellt sich neben Linsensuppe und Nudelsalat, zwischen St\u00fchlen und Feuer ein alter Audi auf einer Rampe. Die einen essen, die anderen legen einen Spanngurt um den kompletten Motorblock und flicken so Ihre \u00d6lwanne beim Abendessen.<br \/>\nSpontan ziehen wir die im Roadbook eigentlich f\u00fcr morgen vorgesehene Unterhosenverbrennung vor. Das alte Zeug brennt lichterloh.<\/p>\n<p>Damit ist das letzte Kapitel der six-camels fast geschrieben. Morgen noch eine letzte kleine Etappe zum Hotel am Toten Meer, von der wir nat\u00fcrlich noch berichten werden, bevor wir dieses Kapitel schliessen.<br \/>\nKeine Spur von Trauer. Jeder wird seine Zeit brauchen das zu verarbeiten. Obwohl schon jetzt jeder mehr oder weniger unbewusst immer vom &#8222;n\u00e4chsten Mal&#8220; spricht. Die Vorstellung das Abenteuer endet morgen, ist gerade ebenso unvorstellbar wie die, n\u00e4chstes Jahr nicht wieder auf Tour zu gehen.<br \/>\nNoch einmal im Auto schlafen&#8230;<br \/>\nBis morgen<br \/>\nEure Six Camels<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Abend wurde gegrillt und gespeist mit den &#8222;Otters&#8220;. Die Jungs sind echt spitze. Tiefenentspannt und offen f\u00fcr alles. Wir verstehen uns prima. Sie hatten einen lokalen Metzger als Sponsor gefunden, der Ihnen f\u00fcr jeden Tag ein tolles Gericht haltbar eingedost hat. 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